Artemia erbrüten und verfüttern – ein bewährter Weg zu gesunden Koi-Babys
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Patrick Tschumi
- koikichi.ch Blog
- 10.01.2026
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Artemia-Nauplien, kleine Salinenkrebse, sind das ideale Erstfutter für Koi-Larven. In diesem Artikel erkläre ich Schritt für Schritt, wie Artemia einfach in PET-Flaschen erbrütet, sauber geerntet und sicher an Koi-Larven verfüttert werden. Mit praxisnahen Tipps, optimalen Wasserwerten und einer bewährten Methode für mehrere tägliche Fütterungen.
Die erfolgreiche Aufzucht von Koi-Larven beginnt nicht mit dem ersten Futter, sondern mit dem richtigen Timing. Viele Verluste entstehen nicht durch schlechtes Futter, sondern durch zu frühes oder falsches Füttern. Frisch geschlüpfte Koi-Larven oder im allgemeinen Fisch-Larven besitzen zunächst einen eigenen Dottersack, der sie in den ersten Lebenstagen vollständig versorgt. Erst wenn dieser Dottersack aufgebraucht ist, sind sie bereit, externes Futter aufzunehmen.
Je nach Wassertemperatur geschieht das nach etwa zwei bis drei Tagen. In wärmerem Wasser wird der Dottersack schneller verbraucht, in kühlerem entsprechend langsamer. Vor diesem Zeitpunkt sollten Koi-Larven nicht gefüttert werden, da sie das Futter weder aktiv aufnehmen noch verwerten können. Genau hier kommt die Planung der Artemia-Erbrütung ins Spiel.
Artemia rechtzeitig ansetzen – Planung ist entscheidend
Artemia-Nauplien benötigen selbst Zeit, um zu schlüpfen. Bei optimalen Bedingungen – etwa 28 °C und dem richtigen Salzgehalt – dauert es rund 24 Stunden, bis die Nauplien schlüpfen. Wer also erst mit der Artemia-Erbrütung beginnt, wenn die Koi-Larven bereits frei schwimmen, ist meist zu spät.
In der Praxis hat es sich bewährt, die Artemia bereits am ersten oder zweiten Tag nach dem Schlupf der Koi anzusetzen. So stehen genau dann frische, nährstoffreiche Nauplien zur Verfügung, wenn der Dottersack der Larven aufgebraucht ist und sie aktiv nach Futter suchen.
Artemia erbrüten mit PET-Flaschen – bewährt und effizient
Die Erbrütung erfolgt unkompliziert in PET-Flaschen, die mit speziellen Deckeln mit zwei 4mm-Anschlüssen ausgestattet sind. Ein Anschluss dient der dauerhaften Belüftung, der zweite – mit Ventil – wird später zum Ernten genutzt. In die Flasche wird Wasser mit 30g Meersalz pro Liter eingefüllt und gründlich vermischt, bevor die Artemia-Zysten zugegeben werden. Diese Deckel mit den zwei 4mm-Anschlüssen gibt es übrigens hier bei uns im Shop.
Während der gesamten Brutzeit sorgt eine kräftige Belüftung dafür, dass die Eier in Schwebe bleiben und gleichmässig mit Sauerstoff versorgt werden. Bei 28°C dauert es etwa 24 Stunden bis die ersten Artemia-Nauplien geschlüpft sind. Die Erbrütungszeit wird durch die Wassertemperatur beinflusst. Bei kaltem Wasser dauert es länger als bei warmem Wasser. Wer mehrere tägliche Fütterungen plant, setzt mehrere Flaschen zeitversetzt an, um stets frische Nauplien zur Verfügung zu haben.
Ernte der Artemia-Nauplien – sauber und gezielt
Nach dem Schlupf wird die Belüftung ausgeschaltet und die Flasche von unten beleuchtet. Artemia reagieren stark auf Licht und sammeln sich innerhalb kurzer Zeit im unteren Bereich der Flasche, während die leeren Eierschalen an der Oberfläche treiben. Über den zweiten Anschluss mit Ventil lassen sich die Nauplien nun gezielt ablassen und in einem feinen Sieb auffangen.


Auf dem Bild sind frisch geerntete Artemia-Nauplien im Sieb zu sehen. Die gleichmässige, kräftig orange Färbung zeigt deutlich, dass es sich um vitale, frisch geschlüpfte Nauplien handelt – genau diese Qualität ist für Koi-Larven ideal. Die Eierschalen befinden sich nicht im Sieb und sollten auch niemals mitverfüttert werden, da sie unverdaulich sind und die Wasserqualität belasten können.
Artemia vor dem Verfüttern waschen
Ein entscheidender Schritt vor der Fütterung ist das gründliche Waschen der Artemia-Nauplien. Da sie in stark salzhaltigem Wasser geschlüpft sind, müssen sie im Sieb mit Wasser aus dem Koi-Aufzuchtbecken gespült werden. Dadurch wird überschüssiges Salz entfernt und verhindert, dass die empfindlichen Koi-Larven einem osmotischen Stress ausgesetzt werden.
Gerade in den ersten Lebenstagen reagieren Koi extrem sensibel auf plötzliche Veränderungen der Wasserwerte. Sauber gewaschene Artemia sind daher nicht nur gesünder, sondern auch deutlich besser verträglich.
Artemia an Koi-Larven verfüttern – der richtige Start
Sobald der Dottersack vollständig aufgebraucht ist und die Larven aktiv frei schwimmen, beginnt die eigentliche Fütterungsphase. Frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien sind in dieser Phase das ideale Erstfutter. Ihre Bewegung im Wasser löst den Jagdinstinkt der Koi-Larven aus und sorgt für eine hohe Futteraufnahme.
Bewährt haben sich mehrere kleine Fütterungen über den Tag verteilt, angepasst an den Besatz und die Wasserqualität. Wichtig ist, nur so viel zu füttern, wie innerhalb kurzer Zeit gefressen wird, um Futterreste und unnötige Wasserbelastung zu vermeiden.
Fazit
Erfolgreiche Koi-Aufzucht beginnt mit Geduld und guter Planung. Erst wenn der eigene Dottersack der Larven aufgebraucht ist, sollte mit der Fütterung begonnen werden. Da Artemia selbst eine Schlupfzeit benötigen, ist ein frühzeitiger, zeitlich abgestimmter Ansatz entscheidend. Frisch geerntete, gut gewaschene Artemia-Nauplien – wie auf dem Bild im Sieb.


