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Frühjahres-Reset für Koi & Teich: So bringst du Fisch, Wasser und Technik sicher in die Saison

Bild mit Steg auf der linken Seite mit Futter und JBL Wassertestset sowie Koiteich mit Wasserfall.

Der Frühling entscheidet, wie stabil dein Koi-Jahr startet. In diesem Beitrag erfährst du, welche Wasserwerte jetzt wirklich zählen, wann du wieder füttern solltest, wie du EMS vorbeugst und welche Technik für klares, gesundes Wasser im Frühjahr jetzt geprüft und optimiert werden muss. Sei gespannt!

Warum der Frühling im Koi-Teich so entscheidend ist

Der Winter hinterlässt im Koi-Teich fast immer seine Spuren. Die Fische sind aus einer langen, energiezerrenden Phase gekommen. Der Stoffwechsel läuft noch nicht auf Hochtouren, die Filterbiologie ist ebenfalls noch nicht voll belastbar und genau in dieser Übergangszeit passieren die meisten Fehler. Nicht der Sommer, sondern der Frühling entscheidet oft darüber, ob deine Koi einen guten Start in die Saison haben.

Ein guter Frühjahres-Reset bedeutet deshalb nicht, dass du einfach wieder fütterst. Es geht darum, Wasser, Fütterung und Technik richtig zu managen. Wenn diese Grundvoraussetzungen stimmen, können deine Koi optimal starten und du die Saison geniessen.

Erst verstehen, dann handeln: Was im Frühjahr im Teich passiert

Auch wenn die ersten milden Tage Lust auf Saisonstart machen, ist der Teich biologisch noch nicht im Sommermodus. Die Koi werden bei steigenden Temperaturen zwar aktiver, schwimmen umher und verlangen ggf. nach Futter. Gleichzeitig arbeitet das Immunsystem und die Verdauung noch langsam. Mit den steigenden Temperaturen steigt ebenso die Aktivität anderer Lebensformen wie beispielsweise Parasiten, Pflanzen sowie anderen Tieren und Insekten. Im Teich fallen wieder mehr Schmutz- und Schadstoffe an, welche durch die Filteranlage entfernt oder verstoffwechselt werden müssen.

Genau hier liegt das Problem. Nicht alles fährt gleich schnell hoch. Viren, Bakterien und Parasiten sind bereits aktiv, das Immunsystem der Koi, vor allem unter 16°C ist noch nicht so widerstandsfähig. Ebenso die Bakterien im Biofilter welche zum Abbau von Ammonium und Nitrit benötigt werden haben sich durch die Ruhephase und tiefen Temperaturen stark dezimiert. Sie sind nicht gleich beim ersten Nahrungsangebot wieder in gleicher Anzahl und Leistungsstärke vorhanden wie im vergangenen Herbst.

Dazu kommen Temperatursprünge zwischen warmen Tagen und kalten Nächten. Diese Wechsel bedeuten Stress, und Stress ist im Frühjahr einer der grössten Risikofaktoren für Koi.

Der richtige Start in die Saison beginnt also nicht alleine mit dem richtigen Koifutter , sondern mit Kontrolle.

Die Wasserwerte, die du jetzt im Blick haben musst

Im Frühjahr musst du nicht alles gleichzeitig messen und in Aktionismus ausbrechen, aber es hilft, wenn du die richtigen Werte beobachtest. Besonders wichtig sind Wassertemperatur, pH, KH, Ammonium/Ammoniak, Nitrit und Sauerstoff. Stelle dabei sicher, dass deine Wassertest-Reagenzien nicht abgelaufen sind. Je nach gemessenem Wert können ansonsten die Messwerte deutlich abweichen.

Im Notfall gibt es Wasserpflegeprodukte , die kurzfristig Abhilfe schaffen und die Biologie unterstützen, Nitrit und Ammonium reduzieren oder den KH & pH Wert erhöhen.

Wassertemperatur: dein wichtigster Taktgeber

Nicht der Kalender entscheidet, sondern die reale Wassertemperatur. Sie bestimmt, wie aktiv deine Koi sind, wie gut sie Futter verwerten und wie stabil deine Filterbiologie arbeitet. Ohne verlässliches Thermometer steuerst du im Frühjahr praktisch blind. Wenn möglich, Temperaturschwankungen möglichst gering halten.

pH und KH: Stabilität ist wichtiger als Theorie

Viele Teichbesitzer schauen nur auf den pH-Wert. Wichtiger ist aber, dass er stabil bleibt. Ein plötzlicher pH-Sturz (auch Säuresturz genannt) ist für Koi wesentlich gefährlicher als ein Wert, der nicht exakt in einer Lehrbuchmitte liegt. Der KH-Wert wirkt dabei wie ein Puffer. Ebenfalls der Biofilter braucht genug Karbonathärte. Ist die Karbonathärte zu tief, stockt die Nitrifikation, und pH sowie Schadstoffabbau werden instabil.

Als praxistauglicher Zielbereich im Koi-Teich hat sich ein stabiler pH im leicht neutralen bis leicht alkalischen Bereich bewährt (7-8.2). Beim KH ist im Frühjahr genug Puffer besonders wichtig, damit die Biologie sauber anlaufen kann und der pH nicht schwankt. Beim KH spricht man ab ca. 4°dH von einem Puffer, besser aber 6-7°dH. Mehr Fütterung bedeutet einen schnelleren Verbrauch der Karbonathärte im Wasser und kann die Wasserwerte schneller verändern.

Übrigens: Der pH-Wert kann im Tagesverlauf stark schwanken, z.B. durch Photosynthese der Pflanzen am späten Nachmittag den Höchststand erreichen. Algen machen ebenfalls Photosynthese.

Ammonium und Nitrit: jetzt besonders kritisch

Beide Werte sind im Koi-Teich idealerweise auf null. Nach dem Winter ohne Fütterung sollten sie zudem null sein. Ansonsten deutet dies bereits auf ein Problem in der Anlage hin. Gerade nach dem Winter ist Vorsicht angesagt, weil der Biofilter noch nicht wieder mit voller Leistung läuft, während die Fische bereits aktiver werden. Koi sind robust, aber zu hohe Ammonium- und Nitritwerte sind Stressoren und können die Koi insofern negativ beeinflussen, dass andere Krankheiten oder Parasiten leichteres Spiel haben.

Generell gilt:

  • Ammonium/Ammoniak nicht nachweisbar
  • Nitrit sollte sofern im Tagesverlauf bzw. Abend nachweisbar über Nacht wieder abgebaut werden, sprich am nächsten Morgen vor der ersten Fütterung nicht mehr nachweisbar sein.

Gut zu wissen:

  • Die Nitrit-Giftigkeit kann mit 0.05-0.1% Salz reduziert werden, zu hohe Salzgehalte können den Biofilter ausbremsen.
  • Solange Nitrit am Morgen vor der 1. Fütterung nicht über 0.2 mg/l ist, ist es sinnvoller, die Futtermenge zu reduzieren als die Fütterung komplett einzustellen um in den richtigen Bereich zu kommen. Eine komplette Einstellung der Fütterung bringt zwar Nitrit am schnellsten nach unten, führt aber zu einem schwankenden Nahrungsangebot für die Filterbakterien welche sich wieder aufbauen sollten.
  • Nitrit ist im Koiteich schwieriger in den Griff zu bekommen als Ammonium/Ammoniak.
  • Im Teich gemessen wird meist der "Gesamtammoniak" bestehend aus NH₃ + NH₄⁺
    • NH₃ = ungeladen, deutlich giftiger
    • NH₄⁺ = Ammonium, deutlich weniger giftig
    • bei höherem pH-Wert verschiebt sich das Gleichgewicht in Richtung NH₃

Sauerstoff: oft unterschätzt, immer wichtig

Mit steigender Aktivität der Koi oder Fische im allgemeinen, steigt auch ihr Sauerstoffbedarf. Gleichzeitig brauchen deine Filterbakterien ebenfalls Sauerstoff, um Ammonium/Ammoniak und Nitrit umzuwandeln. Ein erfolgreicher Start in die Saison setzt ebenfalls eine gute Belüftung voraus. Besonders morgens, nach warmen Tagen oder bei hohem Schmutzeintrag z.B. durch viel Fütterung lohnt sich ein kritischer Blick auf die Sauerstoffversorgung. Der Sauerstoff-Tiefpunkt kann abhängig vom Teich-Setup ganz verschieden sein.

Häufig verhält es sich so:

  • viele Koi bzw. Fische, viel Fütterung, Sauerstoff-Tiefpunkt am späten Nachmittag/Abend (bei aktiver Teichbelüftung)
  • Teich mit wenig oder ohne Fische, Tiefpunkt am Morgen früh bevor die Pflanzen wieder Sauerstoff produzieren
  • kaltes Wasser kann Sauerstoff besser aufnehmen als warmes Wasser

Wichtig: Nur eine Messung mit einem professionellen elektronischen Messgerät ist verlässlich. Alles andere sind Vermutungen.

Nitrat: kein Alarmwert, aber ein Belastungsanzeiger

Nitrat ist deutlich weniger akut giftig als Ammonium/Ammoniak oder Nitrit, zeigt dir aber, wie stark dein System belastet ist. Wenn Nitrat schon früh in der Saison deutlich ansteigt, ist das meist ein Hinweis darauf, dass das Wasser stark organisch belastet ist oder zu wenig Wasserwechsel gemacht wurden.

Langfristig können sehr hohe Nitratwerte bei Koi als Stressor wirken und beispielsweise schlechteres Wachstum mit sich bringen.

Praxiswerte für einen sicheren Start

Damit du einen klaren Rahmen hast, kannst du dich im Frühjahr an diesen Bereichen orientieren:

  • Ammonium/Ammoniak: 0 mg/l
  • Nitrit: 0 mg/l morgens, sollte abends nach der Fütterung 0.2 mg/l nicht übersteigen 
  • Nitrat: möglichst niedrig, im Alltag klar unter Dauerstressniveau halten
  • pH: optimal 7-8.2, stabil, ohne starke Tag-Nacht-Schwankungen, Koi vertragen auch gut einen pH von 6-8.5, vorausgesetzt die Veränderung findet nicht schnell statt
  • KH: ausreichend gepuffert, mindestens 4°dH, besser 6-7°dH, damit der pH stabil bleibt
  • Sauerstoff: möglichst hoher, stabiler Sauerstoffgehalt, idealerweise 80-100% Sättigung bzw. über 6-7 mg/L
  • Temperatur: regelmässig messen und nie nur nach Lufttemperatur beurteilen

Entscheidend ist nicht nur der einzelne Messwert, sondern der Trend über mehrere Tage sowie der Tagesverlauf von Wasserwerten insbesondere bei Temperatur, pH, Sauerstoff und Nitrit.

Wann du im Frühjahr wieder füttern solltest

Die häufigste Fehlentscheidung nach dem Winter ist zu frühes oder zu grosszügiges Füttern. Koi kommen oft schon an die Oberfläche, bevor ihr Stoffwechsel wirklich bereit ist. Bettelverhalten ist noch kein Signal für volle Verdauungsleistung. Insbesondere sollte bei ein bis zwei warmen Tagen nicht gleich die Fütterung hochgefahren werden. Erst bei längeren Perioden.

Unter etwa 8 Grad: besser nicht füttern

In diesem Bereich läuft die Verdauung sehr langsam. Alles, was du jetzt zu viel fütterst, belastet unnötig den Organismus und das Wasser. In einem unbeheizten Aussenteich ist Zurückhaltung hier fast immer die bessere Entscheidung.

Ab 8 Grad & bei Aktivität der Koi: sehr vorsichtig starten

Die Koi sind wieder aktiv und schwimmen im Teich umher. Die Temperaturen sind stabil und steigen nicht nur tagsüber für einzelne Tage kurz an. Jetzt kannst du langsam mit kleinen Mengen eines leicht verdaulichen Futters beginnen. Wichtig ist dabei das Wort stabil. Ein sonniger Tag nach kalten Nächten ist noch kein Saisonstart.

Füttere nur so viel, wie deine Koi in sehr kurzer Zeit sauber aufnehmen. Eine Fütterung alle 2-3 Tage mit einer geringen Menge ist ebenfalls in Ordnung.

Ziel: Etwas Energie zuführen ohne Fisch und System zu belasten.

Ab ca. 12 bis 15 Grad: langsam steigern

Jetzt kannst du die Futtermenge Schritt für Schritt steigern, solange Wasserwerte und Verhalten der Fische passen. Teile die tägliche Futtermenge nach Möglichkeit in zwei Portionen auf. So bleibt die Belastung für Verdauung und Wasserqualität kontrollierbar.

Ab ca. 15 Grad und stabilen Temperaturen: normaler Saisonaufbau

Bei uns meist ab Ende April, Anfang Mai der Fall. Wenn das Wasser dauerhaft wärmer wird und die Koi richtig aktiv werden. Nun kannst du die Futtermenge in Abhängigkeit zur Temperatur weiter steigern. Trotzdem gilt auch jetzt: lieber kontrolliert steigern als überfüttern.

Die Fütterung in Bezug auf Menge und Temperatur, findest du hier noch detaillierter beschrieben: Der Futterautomat am Koiteich

Welches Futter im Frühjahr sinnvoll ist

Im Frühjahr braucht dein Koi kein Futter welches schwer im Magen liegt, sondern ein Koifutter , das leicht verdaulich ist und den Organismus nicht überfordert. Der Fokus liegt auf langsamer, stetiger Energiezufuhr, nicht auf maximalem Wachstum.

Bewährt sind in dieser Phase gut verdauliche Frühjahrs- oder Wheatgerm-orientierte Futtersorten , die den Stoffwechsel weniger belasten als schwerere Sommermischungen. Mit steigender Wassertemperatur kannst du dann auf potenteres Sommerfutter mit höherem Proteingehalt wechseln.

Wichtig ist nicht nur die Futtersorte, sondern auch dein Timing:

  • nicht oder reduziert füttern bei instabilen Wasserwerten
  • nicht füttern direkt vor einem Kälteeinbruch
  • nicht füttern, wenn die Koi träge wirken oder das Futter zögerlich nehmen bzw. das Futter nicht vollständig aufgenommen wird
  • auch füttern, wenn es regnet, abhängig von der Temperatur

EMS vorbeugen: Warum Energie im Frühjahr ein zentrales Thema ist

EMS, auch bekannt als Energiemangelsyndrom, tritt bei Koi meist im Frühling auf. Die Koi sind vom Winter geschwächt und es fehlt ihnen an Energie. Dies ist eine sehr individuelle Thematik und kann auch nur einen oder wenige Koi in einem Teich betreffen. Die betroffenen Koi haben in diesem Zustand keine Energiereserven mehr und Mühe mit der Umwelt zurechtzukommen. Alles was der Koi macht, Atmung, Verdauung, Anpassung an neue Wasserparameter, Hochfahren des Stoffwechsels mit höheren Temperaturen, etc. benötigt Energie, die dem Koi in dem Zustand fehlt.

Einer der Hauptfaktoren für dieses Problem ist eine zu lange Futterpause. Man kann dem entgegenwirken, indem man im Herbst, abhängig von der Temperatur, schaut, dass die Koi ordentlich konditioniert in den Winter gehen. Wenn es dann kälter ist und noch gefüttert werden kann, ist es zudem wichtig, gut verdauliches Futter, optimalerweise mit Omega 3-Fettsäuren zu füttern. Im Frühling sollte dann der Start nicht verpasst werden.

An EMS erkrankte Koi weisen oft ein oder mehrere der folgenden Symptome auf:

  • Rumliegen, absondern wenn der Rest der Koi bereits rumschwimmt
  • auf der Seite liegen, sehen tot aus, wenn sie berührt werden schwimmen sie weg
  • Dreh- oder Trudelbewegungen
  • Koi können aufgequollen sein, Schuppen stehen ab, Augen stehen raus

Diese Symptome können ebenfalls von anderen Krankheiten ausgelöst werden. Im Zweifelsfall ist es ratsam, einen auf Koi oder Fische spezialisierten Tierarzt beizuziehen.

Ist ein Koi bereits an EMS erkrankt, gib es nicht die einfache & schnelle Lösung. Stattdessen ist nun eine gezielte Steuerung der Lebensbedingungen sinnvoll.

Was jetzt hilft:

  • Wasserparameter kontrollieren und wenn nötig korrigieren (pH, KH, Sauerstoff, Ammonium/Ammoniak und Nitrit)
  • Temperaturschwankungen vermeiden, Schwankungen mit einer Heizung ausgleichen
  • bei Wassertemperatur unter 12°C, die Temperatur langsam auf 12°C steigern, max. 2°C pro Tag
  • vorsichtiger, temperaturabhängiger Futterstart, nicht zuviel füttern, keine Futterreste
  • Temperatur weiter langsam auf 16°C steigern, max. 2°C pro Tag, vor dem Sommer nicht mehr unter 16° absinken lassen
  • Sauerstoffversorgung hoch halten
  • Stress durch schlechte Wasserqualität vermeiden
  • geschwächte oder abgesonderte Koi früh beobachten

Falls es möglich ist, den Koi in eine Innenhälterung oder Quarantänebecken zu holen wäre dies natürlich optimal. Dort werden jedoch ebenso ein Teichfilter, Belüftung und stabile langsam steigende Temperaturen benötigt. Idealerweise befüllt man das Becken mit Teichwasser. Aufsalzen auf 0.5% hilft dem Koi ebenfalls. Salz direkt ins Wasser und langsam auflösen lassen wenn der Koi bereits drin ist. Verwende immer ein Salzmessgerät um den richtigen Salzgehalt sicherzustellen. Besonders wenn du öfters Salz anwendest.

Risiken:

  • zu früh viel füttern
  • Probleme mit Futter kompensieren zu wollen, obwohl die Wasserwerte nicht passen
  • Kälteeinbrüche, starke Temperaturschwankungen
  • weitere Krankheiten da der Koi bereits geschwächt ist

Ein Koi, der im Frühjahr ruhig, stabil und ohne Stress aus dem Winter kommt, hat die deutlich besseren Chancen auf einen unbeschwerten Saisonstart.

Technik für gesundes Wasser: Was jetzt geprüft werden muss

Gesundes Wasser ist nicht nur klares, optisch schönes Wasser sondern auch Wasser bei welchem die bereits genannten Wasserwerte stimmen. Gerade im Frühjahr lohnt es sich, die komplette Technik zu kontrollieren.

Filter: korrekt reinigen - kein Aktionismus

Damit ist nicht gemeint, das ganze System steril zu putzen. Mechanische Filterkomponenten wie Beispielsweise Trommelfilter, Vliesfilter, Sieb- und Bandfilter dürfen sauber gemacht werden. Biologische Filtermedien solltest du immer mit Bedacht behandeln. Bürsten, Matten, Hel-X, Beadfilter sind mit Teichwasser zu spülen. Gerade so stark, dass Verstopfungen, Sediment und andere grobe Verunreinigungen entfernt werden. Das Material soll aber den darauf existierenden, oft bräunlichen oder gelben Belag behalten, da dies der Biofilm ist. Ebenso sollte das Material nicht trocknen oder mit einem Hochdruckreiniger oder ähnlichem gereinigt werden.

Das Ziel ist: Schmutz raus, Biologie erhalten.

Pumpen und Durchfluss prüfen

Nach dem Winter laufen manche Pumpen zwar, aber nicht mehr mit der Leistung, die sie sollten. Ablagerungen, verschlissene Laufräder, verengte Leitungen oder zugesetzte Vorfilter reduzieren den Durchfluss. Ohne ausreichenden Durchfluss funktionieren Filter, Skimmer und UV-C nicht optimal.

Tipp: Pumpen ausbauen, Laufrad und Gehäuse entkalken & reinigen.

UVC und klares Wasser

Um der Algenblüte sowie Keimen entgegen zu wirken, solltest du die UVC-Technik rechtzeitig kontrollieren und warten. Gerade im Frühling, wenn Algen mit dem Licht und steigender Temperatur zu wachsen beginnen, macht eine funktionierende UVC-Anlage oft den Unterschied zwischen klarem und trübem Wasser.

Auch wenn das Leuchtmittel noch leuchtet, empfehlen wir jährlich Folgendes zu tun:

  • Leuchtmittel jährlich wechseln, UV-C Strahlung nimmt ab, diese Veränderung ist für uns Menschen nicht sichtbar
  • Quarzglas reinigen
  • Durchfluss prüfen, passt er zur Anlage?

Belüftung nicht vergessen

Belüftung ist im Frühjahr doppelt wertvoll: für die Koi und für die Biofilterung. Luftsteine, Membranpumpen und Belüftungslinien sollten jetzt kontrolliert, gereinigt und bei Bedarf ersetzt werden. Gute Sauerstoffversorgung macht das gesamte System belastbarer.

Hier ist folgendes zu prüfen:

  • Ausströmer intakt, nicht abgescheuert oder beschädigt
  • Luftschläuche, nicht angefressen oder spröde, angeschlossen
  • Luftfilter der Luftpumpe, reinigen oder ersetzen
  • Funktionstüchtigkeit der Belüfterpumpe, Membranen oder andere Teile prüfen und falls nötig ersetzen

Was du im Frühjahr konkret tun solltest

Ein sauberer Frühjahres-Reset muss nicht kompliziert sein. Er muss nur kontrolliert erfolgen.

1. Verhalten beobachten, nicht nur reinschauen

Beobachte Schwimmverhalten, Atmung, Gruppenverhalten und Fressverhalten. Koi zeigen dir früh, wenn etwas nicht stimmt.

2. Wasserparameter messen, bevor du fütterst

Temperatur, pH, KH, Ammonium/Ammoniak und Nitrit sollten jetzt regelmässig kontrolliert werden. Dein Gefühl ist gut, Kontrolle ist besser. Gemessene Werte plausibilisieren.

3. Organische Belastung reduzieren

Laub, Schlamm, abgestorbene Pflanzen oder sonstiges organisches Material aus dem Teich entfernen. Je weniger im Teich zersetzt wird, desto einfacher das Teichmanagement.

4. Technik überprüfen und warten

Teichfilter , Teichpumpe , Belüftung , UVC , Skimmer und Leitungen prüfen. Kleinigkeiten werden im Frühjahr oft noch übersehen und im Mai plötzlich zum grossen Problem.

5. Regelmässige Wasserwechsel

Regelmässige Teilwasserwechsel helfen fast immer, die Ausgangslage zu verbessern. Frisches Wasser entlastet das System, solange Temperaturunterschiede und Wasseraufbereitung sauber beachtet werden. Ebenfalls im Winter empfiehlt es sich, wenn auch weniger oft, Wasserwechsel durchzuführen.

6. Fütterung langsam und temperaturabhängig starten

Nicht das Wetter im Garten zählt, sondern die Wassertemperatur im Teich. Kleine kontrollierte Schritte bringen mehr als Aktionismus.

Die typischen Fehler nach dem Winter

Viele Frühjahrsprobleme entstehen nicht durch Pech, sondern durch Managementfehler.

Die häufigsten sind:

  • zu früh füttern
  • zu viel auf einmal füttern, "blind" füttern
  • nur auf klares Wasser statt auf Wasserwerte achten
  • den Filter zu aggressiv reinigen
  • Temperaturschwankungen unterschätzen
  • Technik nicht zu warten
  • Verhalten der Koi nicht zu beobachten

Wer diese Punkte vermeidet, hat im Frühjahr schon sehr viel gewonnen.

So sieht ein wirklich guter Saisonstart aus

Ein guter Start in die Koi-Saison hat nichts spektakuläres an sich. Er ist ruhig und kontrolliert. Deine Koi werden Schritt für Schritt aktiver, die Wasserwerte werden regelmässig gemessen und im Auge behalten. Falls nötig wird gezielt eingegriffen oder fachkundige Unterstützung beigezogen.

Genau das ist das Ziel des Frühjahres-Resets: nicht möglichst schnell wieder Sommerbetrieb, sondern ein belastbarer Aufbau für die ganze Saison.

Ab ca. Mitte Mai, wenn im Teich alle Wasserwerte stimmen und die Filteranlage zuverlässig läuft, kannst du bei deinem Händler des Vertrauens neue Koi kaufen und sicher in den Teich einsetzen.

Das richtige Equipment macht im Frühjahr den Unterschied

Für den erfolgreichen Start in die Teich-Saison, brauchst du keine Hektik, sondern etwas Zeit und die richtige Ausstattung: zuverlässige  Wassertests , gut abgestimmtes Koifutter , stabile Filtertechnik , funktionierende UVC und eine starke Belüftung. Teich-Management ist wie ein Puzzle, jedes Teil trägt zum Gesamtbild bei.

Im koikichi.ch-Shop findest du genau die Produkte, mit denen du deinen Koi-Teich im Frühjahr sinnvoll vorbereiten kannst: von Futter für die Übergangszeit über Wasserpflege bis hin zu Technik für klares und stabiles Teichwasser. So schaffst du die beste Grundlage für gesunde Koi und eine starke Saison.

Patrick Tschumi

Ich bin durch und durch ein Koi Liebhaber. Begonnen bei der Fisch- und Koihaltung hat mein Weg zur Koi-Zucht bis hin zur Gründung von koikichi.ch geführt.

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